> Zurück

Wochenende in Scuol - 2./3. Februar 2019

Josi Iris 04.02.2019

Treffender als unser Captain Gfeller es tat, könnte man das Wochenende in Scuol nicht zusammenfassen: „De hei mr doch ä tip topi Reis mitem Zug häregleit, wo doch jede Aschluss klappet het u oh d Reservatione vo de Wäge perfekt hei passt, dass mir sogar singend mit üsem Voguliisi niemerem hei chönne ufe Keks ga. Ds Scuol hets doch oh fejä guet klappet, nachdäm üsi Reiseleiterin Iris ä Flyrt mitem Poschischofför het gha (er organisierte kurzerhand unseren Transport innerhalb Scuol)... simer du doch de bi dere Ishalle acho. Imne super Hotel mit perfekt ufe Punkt kochte al dente Spaghuuselis, symer när mit üsne Stirnlampe richtig Halle glüffe... oder besser, gjuuuuflet. Ja... mängisch loufts när ufem Iis nid grad ging so wis söt, aber ig gloube mir hei i dene zwöi Spiu bewise, dass ä Wisuu fejä cha biisse... u kämpfe bis zum Schluss. Mit üsem verdiente Proseccöli simer när ufd Heireis... spassig, excellent würdi säge....“ 

Aber nun alles von Beginn weg...

Am Morgen des 2. Februar 2019 begaben sich die Wisle Ladies auf die Reise ins verschneite Scuol. Die Aufregung war gross und das mitgebrachte Gepäck eindrücklich. Am Treffpunkt in Bern waren alle Augen auf die fröhlichen Hockeyfrauen mit den vielen Taschen gerichtet.    

Mit dem Zug ging es schliesslich los Richtung Zürich und dann weiter nach Landquart. Da der Zug von Zürich nach Landquart sehr gut besetzt war, gesellten sich noch andere Fahrgäste zu uns. Einige wollten aber nicht akzeptieren, dass wir unsere Sitzplätze im Voraus reserviert hatten und bezeichneten uns als „unsozial“. Dies bescherte uns den ersten grossen Lacher... Das Reisen mit dem Zug war für uns ziemlich lustig und unterhaltsam und das Umsteigen in Landquart mit ziemlich viel Hektik verbunden. Mit nur neun Minuten Umstiegszeit und seeeeeehr viel Gepäck vom hintersten Wagen zum vordersten Wagen auf einem anderen Gleis zu rennen, gleicht einer Meisterleistung. Aber wir wären nicht die Wisle Ladies, wenn wir nicht auch diese Herausforderung gemeistert hätten...

Die RhB hielt einen modernen und neuen Wagen für uns bereit, den wir voll und ganz für uns beanspruchen konnten. So störten wir schliesslich auch niemanden mit unserer Musik und den mehr oder weniger schönen Gesängen dazu... In Scuol-Tarasp angekommen, wartete ein bereits gut gefülltes Postauto auf uns. Irgendwie schafften wir es aber, alle unsere Taschen und Stöcke in den Bus zu quetschen und in die Nähe der Eishalle zu fahren. Das letzte Stück zur Eishalle führte uns über einen verschneiten Viadukt mit eindrücklicher Kulisse.  

Unsere Coaches, welche bereits einen Tag früher angereist waren, warteten dort schon auf uns. Nach dem Deponieren der Ausrüstungen ging es wieder zurück zur Bushaltestelle, und dank der Organisation durch unseren bereits bekannten Postautochauffeur, auf direktem Weg zum Hotel Villa Silvana in Vulpera. Dort füllten wir unsere Bäuche mit leckeren Spaghetti’s und einem Salat, bezogen die Zimmer und ruhten uns etwas aus.

Mit Stirnlampen und guten Winterschuhen ausgerüstet spazierten (oder juufleten, wie Captain Gfeller fand) wir auf einem tief verschneiten Winterwanderweg in die Eishalle.  Das Spiel begann für die Wisle Ladies eher harzig und mit wenig Spielfluss. Uns schien die lange Reise wohl doch etwas ermüdet zu haben, oder war es die Höhenluft, die uns zu schaffen machte? Trotz grossem Kampf konnten wir nach zwei Dritteln nur eine knappe Führung von 1:2 mit in die Pause nehmen. Im dritten Drittel kam die Energie endlich zurück und es gelang uns endlich das Spielgeschehen zu bestimmen und weitere vier Treffer zum Schlussresultat von 1:6 zu erzielen. Nach dem Spiel gab es in der Garderobe noch einen Mitternachtssnack, organisiert durch unsere Coaches (ja sie haben es gut mit uns gemeint und Proviant für mehrere Tage eingekauft ;). Danke viu Mau!).

Der Spaziergang zurück ins Hotel bei romantischem Schneefall war für alle Spielerinnen eindrücklich und ein tolles Erlebnis.                      

Am Sonntagmorgen genossen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet, ruhten noch etwas aus oder setzten uns vor das Cheminée um noch eine Runde Brändi Dog zu spielen, ehe wir uns erneut auf den Winterwanderweg Richtung Eishalle begaben.  

Das zweite Spiel war praktisch die Kopie der Partie am Vorabend. In den ersten zwei Dritteln bekundeten wir Mühe das Spielgeschehen zu diktieren. Erst im dritten Drittel drehten wir wieder auf und entschieden die Partie mit drei Toren innerhalb gut vier Minuten mit 1:4 für uns. Überschattet wurden die beiden Partien durch die schlechten Schiedsrichterleistungen und dem unprofessionellen Auftreten der Schiedsrichter (in Jeanshose...).

Nichtsdestotrotz liessen wir uns die Freude über weitere sechs Punkte nicht nehmen. Sehr müde aber glücklich, machten wir uns am Sonntagabend auf die Heimreise. Wir hatten bereits viel Übung beim Umsteigen mit all dem Gepäck und meisterten alle Hürden mit Bravour. Im Zug von Landquart nach Zürich kam trotz der grossen Müdigkeit noch einmal so richtig Stimmung auf und es wurde gesungen und gelacht. Die erlösende Zugdurchsage „nächster Halt Bern“, nahmen alle erleichtert zur Kenntnis. In Bern am Treffpunkt wartete bereits ein Empfangskomitee auf uns, mit einem selbst gebastelten Plakat. Vielen herzlichen Dank!                  

Das Wochenende war für alle Beteiligten ein unglaubliches Erlebnis und Abenteuer. Das Team ist noch etwas mehr zusammengerückt und wir hatten alle unglaublich viel Spass. Wir danken all unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, dass ihr uns all die tollen Erlebnisse ermöglicht habt. Danke habt ihr an uns geglaubt und uns bei unserem „i believe in you-Projekt“ unterstützt!!!